arbeit...

hohes Gefaess

...ist das halbe Leben...

Stimmt nicht für Keramikschaffende - es ist mehr. Sicher gilt das für Peter Kuehnis-Dietz. Und oft ist sie gar nicht so lustig, die Arbeit mit diesem Material. Manchmal aber vermag sie zu faszinieren, weckt sie tiefe Gefühle und ist Belohnung für ausgestandene Trockenzeiten.
Diese Faszination entsteht häufig in Momenten, in denen jede Absicht losgelassen - oder aufgegeben - wird. Ob dies ganz bewusst oder in Resignation passiert ist nicht entscheidend. Eine Absicht oder eine Vorstellung loslassen bedeutet, in die Gegenwart zurückzukehren. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, den Entstehungsprozess geschehen zu lassen.
In die Praxis umgesetzt bedeutet das, zuerst ein Ziel zu formulieren, wie Form und Oberfläche beschaffen sein sollen. Manchmal ist dieses Ziel sehr genau eingrenzbar, manchmal aber schwebt es nur als vage Vorstellung im Raum. Bevor dann die konkrete Arbeit beginnt, gilt es, dieses Ziel wieder zu vergessen, oder nur noch als Gefühl präsent zu halten. So entstehen zehn, zwanzig, dreissig Gefässe.
Diese Vorgehensweise gestaltet sich beim Glasieren etwas schwieriger. Die verschiedenen Arbeitsgänge müssen relativ genau geplant werden. Das intuitive Vorgehen wird von Schritt zu Schritt immer wieder unterbrochen. In der Vorstellung von Peter Kuehnis-Dietz schmelzt der Glasurbrand aber die verschiedenen "Schichten" zu einem ineinanderfliessenden Ganzen zusammen.
Eine strenge Auswahl bestimmt dann die Stücke, welche als Unikate die Arbeit von Peter Kuehnis-Dietz repräsentieren sollen.
Diese Unikate weisen meistens die Merkmale von Gefässen auf. Schalen, Schüsseln, Vasen, Teekeramik. Sie wollen gebraucht werden. Das meint nicht nur etwas hineintun, sondern eine Bedeutung zu haben im Alltag des Benutzers oder der Benutzerin.

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